Quelle:
Artikel im Weilheimer Tagblatt*)
v. 24.09.2001

Unverständlich

Da wird ein halbes Jahr lang geredet und geplant. Da wird vorbereitet und nach den Anschlägen auf die USA sogar noch bekräftigt, dass gerade in der jetzigen Zeit Gespräche untereinander wichtig seien. Und dann schafft bayerischer Schnürlregen, was Terror und Tod nicht zuwege gebracht haben: Das deutsch-ausländische Freundschaftsfest wird kurzerhand abgesagt. Klar ist, dass Aufführungen auf der Bühne vor dem Stadtmuseum bei Regen nicht möglich sind. Zu groß wäre die Verletzungsgefahr. Klar auch, dass Bodenmalerei und Break-Dance auf nassem Boden wenig Sinn machen.

Unverständlich dagegen, dass für die Stände nicht mit Planen oder großen Schirmen vorgesorgt wurde. Was sich vorsichtshalber durchaus empfohlen hätte und was zum Beispiel bei der "Französischen Woche" gang und gäbe ist. Und was - wie nur ein kurzes Stück weiter beim Aktionstag für die autofreie Innenstadt zu sehen war - deren Organisatoren und Teilnehmer trocken hielt. Unverständlich ist ebenfalls, dass sogar das interreligiöse Gebet abgesagt wurde. Wer beten will, kann dies auch im Schutz von Regenschirmen. Wer wirklich die Begegnung und das Gespräch mit Menschen anderer Nationalitäten sucht, den kann schlechtes Wetter nicht abhalten. So wie jene Bürger, die am Samstag vergeblich auf den Marienplatz gekommen waren und enttäuscht wieder abzogen.

Von Monika Brandmaier



*)Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion